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Vielen Dank an Martin, von dem wir diesen Artikel übernehmen durften.

Bist du ein Tocotronic?

Kommentar des Textabtippers:
Dieser Leserbrief wurde als Reaktion auf den Artikel "Bist du ein Tocotronic?" geschrieben.

Bin ich ein Tocotronic?

Um diese Frage der Selbstbetrachtung zu klären, war ich am 9.Mai in der Kölner "Live Music Hall" bei einem ihrer Konzerte. Tocotronic sind etwas langsamer. Sie kommen mit einer halben Stunde Verspätung auf die Bühne und müssen sich erst noch dem Stimmen bzw. Zusammenschrauben ihrer Instrumente widmen. Tocotronic sind sehr geduldig. Dirk motzt erst nach einer Stunde über die zahlreichen Stagediver. Er hat nämlich „keinen Bock auf so eine Macho-Veranstaltung“. Tocotronic wollen Teil einer Jugendbewegung sein. Und sind vielleicht sogar Anführer einer solchen. Tocotronic-Fans auf einem Haufen sehen aus, als würden sie mit „Ugly Travelling“ reisen. Jungs und Mädels mit seltsamen Scheitelfrisuren und „Mama, du hast meinen Pulli zu heiß gewaschen“-Klamotten. Tocotronic-Klamotten eben. Tocotronic finden ihren Gesang gut. Arne singt zu Beginn drei Lieder ganz alleine. Gut, daß er danach hinter dem Schölagzeug sitzt. Dirks Gesang gefällt mir zwar, aber aufgrund der endlosen Gitarrensoli bin ich etwas gelangweilt und kann mich nicht mehr voll auf diesen konzentrieren. Tocotronic sind sehr höflich. Sie bedanken sich fast nach jedem Lied, obwohl der Applaus noch gar nicht eingesetzt hat. Tocotronic sind witzig. Sie machen Späße, die ich nicht verstehe. Tocotronic machen nicht definierbare Musik. Ein bißchen traurig, rockig, punkig, poppig und nachdenklich. Und nicht sehr abwechslungsreich. Die Stücke ähneln einander sehr, nur der Text ist jeweils ein anderer. Tocotronic kommen, um sich zu beschweren. Sie beschweren sich zum Beispiel über das Wochenende, denn „Samstag ist Selbstmord“. Tocotronic sind leise Menschen. Zumindest Jan, der fast nur in sein Mikro haucht. Tocotronic-Konzerte machen Spaß. Mir nur begrenzt. Sie sollen live besser sein als Tocotronic-Alben, aber die kenne ich nicht. Auch wenn es so einfach ist, ein Tocotronic zu sein, ich bin wohl doch keiner.

Kirsten aus Düsseldorf

Quelle: Leserbrief; in: Visions 08/96 (Juli/August 1996), Seite 22

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