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Jungs hier kommt der Masterplan
Vielen Dank an Sebastian, der uns auf diesen Artikel aufmerksam gemacht hat.
Mit freundlicher Genehmigung von DENKmal.

Warum sind Tocotronic nur in Deutschland beliebt?

Tocotronic ist der Name einer Gruppe, die die deutsche Musikwelt retten wird

Popmusik in Deutschland? Ja, ja, wissen wir schon. Liest man die Teenie-Mags wie Bravo, dann sieht man die Stars der deutschen Musikwelt: überall die Kelly Family, eine ungeheuer «irische» Familie, die eigentlich aus Kanada kommt und die besonders häßlich ist. Sie spielen eine Art Folk-Rock, die nicht nur altmodisch, sondern auch schlecht gespielt und gesungen ist. Und leider sind sie in Deutschland sehr, sehr populär. Fast so populär wie die Bravo-Helden Take That: Seriöser Gary, schnippischer Robbie, tanzender Jason, süßer Mark und ummmmm, haariger Howard wurden in Deutschland so populär, daß in Berlin ein Sorgentelefon eingerichtet wurde, nachdem die Gruppe in die Brüche gegangen war. Und die deutsche Popularität des David Hasselhoffs ist hier schon zum Witz geworden. Na, und? Die irische Musikwelt ist nicht so viel besser. Sie haben die Kelly Family, wir haben die Corrs. Und die Deutschen haben auch einen Vorteil: Sie haben Tocotronic.

Tocotronic ist der deutsche Name jenes alten Computer-Tennisspiels. Und es ist auch der Name einer Gruppe, die die deutsche Musikwelt retten wird. Vielleicht. Sie sind drei Jungs aus Hamburg, Dirk von Lowtzow (Gitarre, Gesang, Casio), Jan Müller (Baßgitarre) und Arne Zank (Schlagzeug, Casio, Gitarre, Gesang - er muß müde sein). Im Gegensatz zu vielen Gruppen, deren Muttersprache nicht Englisch ist, sind alle ihrer Stücke auf Deutsch (obwohl sie einen Song haben, der «Über Sex kann man nur auf Englisch singen» heißt. Sie sind wenigstens ehrlich). Laut dem Tocotronic Website sind sie zur Lieblingsband vieler junger Deutschen geworden.

Warum? Das ist leicht zu verstehen. Zum ersten Mal haben junge Deutsche, die Gitarrenbands lieben, ihre eigene Gruppe, eine Gruppe, die in ihrer eigenen Sprache singt, eine humorvolle, gutaussehende Gruppe mit hipper Kleidung; eine deutsche Gruppe,die wie amerikanische lo-fi Kultbands wie Pavement und Sebadoh klingt. Eine Gruppe, die Songs mit tollen Titeln wie «Ich möchte eine Jugendbewegung sein» und der von MTV gespielte Clip «Wir sind nicht in Seattle, Dirk» singt. Scheint fast perfekt, oder? Ist es auch. Aber Tocotronic sind nur in Deutschland so beliebt. Die Platten der Gruppe sind hier in Irland kaum zu sehen; ich habe nur eine Kopie ihres zweiten Albums, Digital ist Besser, von einem Freund bekommen, der eine Kopie von einer Freundin in Bremen bekommen hatte. Aber Digital ist Besser ist ein Album für jeden, der gute, punkbeeinflußte Gitarrenmusik mag. Egal ob sie auf Deutsch oder auf Englisch ist.

Der Einfluß von Bands, wie die fantastischen Pavement und The Fall (Sie haben einen Song namens «Ich habe geträumt, ich wäre Pizza- Essen mit Mark E. Smith», in dem der Sänger von The Fall, Dirk, im Traum erscheint), ist leicht zu erkennen. Und für mich ist das echt gut. Wenn es keine Oper ist, ist Musik in einer Fremdsprache für viele Englischsprachige schwer zu schätzen. Aber das ist ihr Problem. Wenn die Deutschen die Kelly Family gern hören, dann sollten wir Tocotronic wenigstens eine Chance geben.

Anna-Marie Carey

Quelle: DENKmal (© Trinity College Dublin)

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