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TOCOTRONIC
Mit freundlicher Genehmigung von Alternakid.

Alternakid (@) traf Dirk (D), Jan (J) und Arne (A) am 17.05.1999 in der Suite ihres Münchner Hotels.

@: Warum heißt Eure neue Platte K.O.O.K. K.o. ist doch eigentlich gar nicht o.k., oder?

D: Eigentlich heißt es ja kook. Wir sagen kook. Das ist natürlich eine mögliche Bedeutung des Titels. Wir legen Wert darauf, daß es noch andere Deutungsmöglichkeiten gibt. Einfach die Buchstaben genommen, z. B.: Es gibt auch im Englischen ein Wort kook, was ein Ausdruck für extrem, verrückt, etwas krankhaft..
J: zerrüttet
D: (lacht) zerrüttet ist.
A: Wir haben den hauptsächlich deshalb gewählt, weil es so ein Titel ist, der ein bißchen mehrdeutig sein kann. Wenn einem mehr dazu einfällt als wie früher oftmals bei einem richtigen Slogan, der so eine Klar-Klar-Aussage hat.
J: Bei uns ist das auch...erwünscht...quasi....wenn jeder sich dazu was denkt. Vorher...bei "Es ist egal, aber..." und noch stärker bei "Wir kommen, um uns zu beschweren" war das sehr programmatisch, so daß man da gleich so festgelegt war. Wir dachten, K.O.O.K läßt das offen.
A: Und paßt eben auch mehr zu den Stücken auf der Platte, wo es einfach auch nicht mehr um solche Slogans geht.
D: Einfach auch nicht so plakativ....wie so`n Rätsel. Ein bißchen wie ein Geheimcode.

@: Was hat sich Eurer Meinung nach auf der neuen Platte geändert?

J: Geändert hat sich auf jeden Fall...Die Grundüberlegung war schon...die Extreme, die sich bei der vorherigen Platte total ausgereizt hatten...sehr schnelle Lieder, sehr langsam, was dazwischen und mit viel Lautstärke zu arbeiten...daß wir da halt nicht mehr so interessiert daran waren. Wir haben im Vorfeld überlegt, eine Platte zu machen, die einheitlicher ist...und darüber hinaus, daß einen die Texte nicht mehr gleich so anspringen und man sie eher langsam für sich entdecken kann.

@: Also, ist es o.k. für Euch, daß jeder sich seinen eigenen Zugang zu den Texten verschafft?

D: Ja...natürlich...wir sind da extrem offen Wir würden nie jemandem vorschreiben, so und so sind die Texte zu begreifen. Das macht ja gerade oft den Reiz aus. Wir wollen da kein Interpretationsmodell vorgeben.
J: Ich find das auch für den Zuhörer...ich kenn das ja auch selber...wenn ich Interviews lese von Bands...daß ich dann oft enttäusch bin, wenn dann der Texter erzählt, so und so ist der Text gemeint...und ich habe mir was ganz anderes darunter vorgestellt. Und das finde ich auch ein bißchen blöd, das den Leuten dann so zu nehmen...Das geht schon auf so einer Ebene los, daß man manchmal Lieder super findet, wo man nur die Hälfte vom Text versteht und denkt, der Rest ist sicherlich auch ganz super...und wenn man den dann abgedruckt ließt..so ganz...dann denkt man...ist ja doch nicht so doll.
D: Gerade in diesen (den Neuen) Texten geht es sehr oft um Geheimnisse, um Rätselhaftes. Wenn man die in ein Interpretationsraster geben würde, würde man ihnen auch sehr viel nehmen. Auf der anderen Seite wollten wir auch versuchen, die Texte noch mehr in die Musik zu integrieren, daß das nicht so im Vordergrund steht, sondern sich in die Musik reinverwebt.

@: Dirk, du schreibst die Texte ja alle alleine...

D: Ja, unter fachkundiger Kritik (schaut Jan und Arne an und lacht).
J: Nur, daß man so sagt, was einem gefällt und was einem nicht so gut gefällt.

@: Entstehen die Texte bei Dir über einen längeren Zeitraum hinweg oder kompakt?

D: Schon kompakt. Eigentlich. Wenn man entschließt, o.k., jetzt wollen wir neue Stücke machen, dann ist das schon so ein ziemlich kompakter Arbeitszeitraum...Das war jetzt ungefähr 1 Jahr. Und das finde ich auch ganz wichtig. Da ähneln sich die Sachen auch etwas und es gibt Bezüge von einem Stück zum anderen oder umgekehrt.

@: Welche sind Eure Lieblingsstücke auf dem Album?

J: Das ist unterschiedlich...bei mir hat sich das gewandelt. Im Moment mag ich so die langsameren. Das Geschenk, Jenseits des Kanals, Das sind keine Rätsel.
A: Die Grenzen 1. Ist auch sehr unterschiedlich.
D: Ändert sich. Im Moment finde ich Rock Pop In Concert sehr schön. Das hör ich dann ganz laut.
J: Ich find auch, daß das ne Platte ist, die sich sehr gut laut hören läßt. Die muß sich erst entfalten...von der Gesamtwirkung her...die ist schwerer zu erschließen als die ersten Platten.
D: : Auch durch die Länge.
J: Das ist unsere erste Doppel-LP, quasi.

@: Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, in Theatern aufzutreten?

J: Ergeben hat sich das dadurch...daß wir in Berlin öfter an der Volksbühne gespielt haben. Das war eigentlich immer sehr schön. Und wir dachten uns...gerade mit dieser Platte...daß es da ganz interessant wäre, in bestuhlten Sälen zu spielen. Die ist ja noch gar nicht raus...Niemand kennt das. Wir wollen uns auf die neuen Stücke konzentrieren. Wir dachten uns, das wäre sehr angenehm für alle Seiten...wenn man sich das so in Ruhe anhören kann...daß das so ein bißchen einem Touch bekommt, daß man die Platte einfach vorstellt.
D: So wie man vielleicht eine Platte vorspielt...Soll auf jeden Fall kein Flirt mit der Hochkultur oder sowas sein.
A: Wir haben einfach so...coolere...Orte gesucht. Wir hatten da auch mal Kinos im Kopf.

@: Was macht man 70 tage lang im Studio? Ist man danach fertig?

J: Das war ja so zweigeteilt, Gott sei Dank. Die ersten vier Wochen haben wir im Blackbox in Frankreich aufgenommen. Danach waren wir schon ziemlich fertig.
A: Ich war sehr fertig.
J: Depressionen auch?
A: Ich hatte hochgradige Depressionen. (Jan und der Rest lacht)
J: Und dann haben wir noch in Hamburg aufgenommen und in Weilheim. Das waren immer so kürzere Sachen. Eher heiter...als daß es so anstrengend war. Aber dadurch, daß es in Hamburg war...da kann man ja nach Hause. Da war auch viel Leerlauf dazwischen.
D: Wir hatten uns ja auch wahnsinnig viele Stücke im Studio vorgenommen. Und auch allein diese Basistracks, das hat schon Ewigkeiten gedauert. Mit Peter Deimel, dem Ko-Produzenten, haben wir sehr lange und akribisch am Gitarrensound gearbeitet.
J: Das man sich so lange Zeit mit etwas so intensiv beschäftigt, macht es ja auch so anstrengend.

@: Habt Ihr denn mal Pause während Eures Aufenthaltes in Frankreich gehabt?

J: Ja, wir haben 1 Tag Pause gehabt.
D: Das bringt ja auch nicht viel, wenn man da Pause macht, weil da ja nichts ist.
J: Da ist ein kleines Dorf, da kann man mit dem Fahrrad hinfahren...das sieht aus wie aus einem Spirou und Fantasio Comic.

@: Wie groß war Euer Team?

J: Wir drei, dann der Pruduzent Carol von Rautenkranz und Peter Deimel. D: Und nicht zu vergessen Ian Burches...
J: Und dann war da noch Ian, der Mitstudiobesitzer. Der hat uns bekocht und weitere Organisationen übernommen. Also insgesamt sechs.
D: Der wohnt da sowieso auch.
J: Mit diversen Katzen und...
D: Wir hatten da auch wirklich Tag und Nacht gearbeitet.

@: Seid ihr mit mit einem vorgeschrieben Konzept an die Arbeit gegangen?

D: Wir hatten uns schon so verschiedene Vorgaben gestellt. Viele Sachen, die zu so einer Veränderung geführt haben, haben sich so langsam entwickelt...oder sind auch zu einem selbst gekommen. Manche Sachen hatte man sich aber auch konkret vorgegeben. Bei der Musik hatten wir uns gesagt, jetzt erst mal kein Verstärker.

@: Was habt Ihr außerhalb von Tocotronic künstlerisch noch so gemacht? Ihr habt ja z.B mit Fettes Brot den Song Nicolette Krebitz aufgenommen.

J: Das war so ne Schnapsidee. Weil wir mit denen schon öfters wo zusammengespielt haben...dann haben die uns gefragt...Das hat auch richtig Spaß gemacht.

@: Arne, Du hast ja auch schon solo etwas gemacht.

A: Ja...aber mach ich jetzt gar nicht mehr...Jan hat da noch eine Produzententätigkeit für Jonas...Ich habe so Trickfilme gemacht, mit einem Freund zusammen.
D: Ich habe so Filmmusik gemacht.
A: Aber für so richtige großartige Projekte war da nie Zeit zu....
J: Eine Platte bringen wir noch heraus, im September, auf unserem Label...
A: ...Rock-o-tronic Records.

Irena

Quelle: Alternakid

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