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Tour-O-Graphie

Konzertdetails

Wenn du Korrekturen zu diesem Konzert hast, dann schick sie bitte an Wolfgang.

16.08.96 - Köln
Location: Luxor
Konzertart: Popkomm
Berichte: Ein bis heute legendärer Auftritt. Vor allem deshalb, weil sich die drei dazu entschieden haben, den Viva-Cometen öffentlich und auf der Bühne abzulehnen. Aber lassen wir die Chronisten sprechen.

Da heißt es in der Süddeutschen Zeitung vom 19. August:"Sie erlauben sich - viel Schweiß und Tränen wird es sie gekostet haben - den Viva-Preis auf offener Bühne abzulehnen. "Jung, deutsch und auf dem Weg nach oben" hieß ihre Kategorie. "Wir sind weder stolz darauf, jung zu sein, noch darauf, deutsch zu sein, und auf dem Weg nach oben - ich weiß nicht", sagt der Sänger. Was vielleicht wirklich cool sein könnte, wenn Tocotronic unaufhaltsam genial und tödlich arrogant wären - aber das sind sie nun auch wieder nicht, und so wirkt ihre verklemmte Ablehnung viel deutscher und peinlicher, als es der Preis je sein könnte." Danke für die Interpretation, Tobias Kniebe.

Und was sagt die Taz? "Miniskandal gegen Ende der Popkomm: Tocotronic haben den Viva-Musikpreis „Comet” abgelehnt! Wetten, daß Viva das aus der Sendefassung rausschneidet?"

Sie haben es nicht rausgeschnitten. Um den Video-Mitschnitt des entscheidenden Zitats ("Wir sind nicht stolz drauf...") ranken sich in den Tocotronix-Foren wilde Gerüchte - mehrere User behaupten, eine entsprechende Aufnahme zu besitzen. Einen Beweis ist man bisher schuldig geblieben. Und wer die Kunst des Googelns beherrscht, der wird schnell feststellen, dass jener legendäre Satz einmal Jan und einmal Dirk zugeschrieben wird. Mit Ungeduld fragen wir: Wer hat ihn denn nun gesagt, hergottnochmal?

Es darf an dieser Stelle auch nochmal drauf hingewiesen werden, dass der kokette Auftritt Tocotronics ein Jahr später noch einiges an Häme in der deutschen Journaille auzulösen imstande war. Das Magazin Focus nämlich nahm ihn im September 1997 zum Anlass, einige Betrachtungen über kluge deutsche neue Musik azustellen. Dirk von Lowtzow, so schrieb Focus etwa, "konnte nicht ahnen, wie schnell aus dem ironischen Wunsch nach kollektiver Identität ("Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein", Anm.), "Realität werden würde. Mögen die deutschen Hitparaden noch im Techno-Fieber zucken (...) eine neue Musikergeneration macht jenseits von Boy-Group-Gymnastik und HipHop-Sottisen Hoffnung auf eine Wiedergeburt intelligenter, handgemachter Popmusik mit deutschen Texten."

Der Focus und Hamburger Schule? Das konnte die taz nicht auf sich sitzen lassen. Benjamin von Stuckard-Barre schrieb: "Die Weigerung der and Tocotronic, den Viva-Preis in der Kategorie „Jung, deutsch und auf dem Weg nach oben” anzunehmen, wird gelobt, Viva gescholten. Da klirrts im Glashaus." Gemein genug. Aber weiter gehts: "Von endlich wieder „echter Musik” und den, wasndas, „intelligenten Texten” ist die Rede. Und jene Bands „stürmen die Hitparaden”, und dann können sich die Polen ja mal warm anziehen, wenn es draußen stürmt. Da sind wir ja schon im Jahr 1939 angekommen. Aber am ärgerlichsten, findet der Taz-Kritiker, sei ja wohl die Betitelung Tocotronics als "Boygroup mit Grips" (die Überschrift der Focus Story). Warum das denn, fragt die Taz: "Weil sie Jungs sind? Ist die CDU eine Boygroup mit Bäuchen, das Fernsehballett eine Boygroup ohne Boys und die Focus -Redaktion eine Boygroup ohne Grips? (...) Tocotronic immerhin wissen ja, wie sie solch zweifelhafter Zuneigung zu begegnen haben: „Alles, was ich will, ist: nichts mit euch zu tun haben!” Dann wäre das also auch gesagt.




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