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Tour-O-Graphie

Konzertdetails

Wenn du Korrekturen zu diesem Konzert hast, dann schick sie bitte an Wolfgang.

01.06.99 - München
Location: Volkstheater
Konzertart: Clubauftritt
Berichte: Ein Bericht von Ingo:

"Endlich waren Tocotronic also mal wieder in München, diesesmal allerdings nicht in der Muffathalle, sondern im Volkstheater. Wie zu erwarten war, war das Konzert natürlich vollständig ausverkauft, was allerdings auch nicht allzu schwer war, da das Volkstheater wie immer eine komplette Bestuhlung hatte. Für die meisten Konzertbesucher war das ganze sicher etwas ungewohnt, Tocotronic in einem Theater, nur Sitzplätze, Rauchverbot usw ... Man konnte also schon erahnen, daß dieses Konzert anders werden würde als alle anderen Tocotronic Konzerte der letzten Jahre. Auch für Tocotronic selbst war das ganze wohl etwas ungewohnt. (Kommentar von Dirk nach dem 2. Lied: "Man kommt sich hier irgendwie vor wie bei Musik ist Trumpf") Und es wurde tatsächlich anders.

Ziemlich schnell wurde klar, warum Tocotronic ausgerechnet eine Theater-Tour machen: Es wurden sämtliche Lieder der neuen CD K.O.O.K gespielt und weil die neue CD sowieso eher etwas ruhiger ist als die alten Sachen und außerdem erst Ende Juli 99 erscheinen wird, bedeutete das: kein Mitsingen, kein Mitklatschen, mehr oder weniger kein Tanzen, sondern vor allem einfach zuhören.

Zu diesem Zeitpunkt und vor allem mit dieser Auswahl an Liedern wäre ein Konzert in einer "normalen" Halle also gar nicht in Frage gekommen. Um 21.30 Uhr gings dann endlich los, das erste Lied war "das Geschenk", danach kam "Jenseits des Kanals", "Jackpot" und erst als 4. Lied wurde mit "Drüben auf dem Hügel" etwas altbekanntes gespielt. "Drüben auf dem Hügel" hatte dann allerdings gleich zur Folge, das einige Ihre Plätze verließen und sich ganz unten links und rechts von der Bühne einen Stehplatz sicherten. Außerdem standen praktisch alle im Saal bei diesem Lied von Ihren Plätzen auf. Danach gings aber erst einmal mit vielen schönen neuen Liedern weiter, was einige zum Anlaß nahmen, sich wieder zu setzen. Trotzdem hatte "Drüben auf dem Hügel" die durchaus positive Wirkung, das die Atmosphäre irgendwie entspannter wurde, die Stehplätze wurden bis zum Ende des Konzerts nicht mehr aufgegeben, manche im Publikum blieben einfach sitzen, andere setzten sich auf die Rückenlehne Ihres Sitzplatzes. Es folgten also wie gesagt alle Lieder der neuen CD, nur ab und zu wurden zwischendurch alte "Hits" wie "Freiburg", "Sie wollen uns erzählen", "Ich bin viel zu lange mit euch mitgegangen", "Die Welt kann mich nicht mehr verstehen", "Ein Abend im Rotary Club" usw. gespielt. Die älteren Lieder wurden erwartungsgemäß eher im letzten Drittel bzw. im Zugabenteil des Konzerts vorgebracht, unter anderem auch die englische Version von "Du bist ganz ganz schön bedient/You are quite cool".

Der Klang im Volkstheater war sehr gut, bis auf 2 Lieder "Jackpot" und ein neues, relativ schnelles "Unter der Schnellstraße ?" war auch der Gesang von Dirk sehr gut zu verstehen. Nach 1 Stunde 45 Minuten war dann endgültig Schluß, als letztes Lied spielten die Tocos noch das wirklich schöne "17". Fazit: Meiner Meinung nach ein sehr gelungener Auftritt. Einige Besucher waren vielleicht etwas enttäuscht, daß nur wenige alte Lieder gespielt wurden, aber viele Leute wollen wohl einfach immer das selbe hören. Dirk war freundlich und liebenswert wie immer, Arne war cool wie immer, sogar Jan machte einen relativ gut gelaunten Eindruck, bis auf einmal, als er nach seiner Ansage "Jetzt kommt wieder ein neues Lied" den Zwischenruf "Ist doch langweilig" mit einer einschlägigen Handbewegung quitierte. Highlights waren aus meiner Sicht das sehr gelungene "Let there be Rock" (ohne Europe Fanfare), "Das sind keine Rätsel" und "Sie wollen uns erzählen", obwohl das schwer zu sagen ist, irgendwie war alles sehr gelungen, auch die kurze Einlage von Arne an der Gitarre (Instrumental) und "Ich mache meinen Frieden mit euch". Sicher hat der ein oder andere ein paar ältere Lieder vermißt, ich für meinen Teil vor allem "Letztes Jahr im Sommer" und "Der schönste Tag in meinem Leben", aber alles konnte natürlich nicht gespielt werden."


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Ganz anders, nämlich augenscheinlich unerträglich, fand die Kritikerin der Süddeutschen Zeitung (4. Juni 1999, Seite 21) das Konzert: Sie fragte sich, wer wohl gelangweilter gewesen sei (die Tocos oder das Publikum?), und kann diese Frage ebensowenig beantworten wie diejenige, "warum Scharen von Schülern vor dem ausverkauften Theater weiter hofften und einem Kollegen gar 200 Mark für seine Karte boten. Nur um der Faszination kollektiver Langeweile zu erliegen?" In der musikalischen Darbietung ortete sie einen "faden Gleichklang aus emotionslosem Leiergesang zu monotonen, endlosen Durchlaufmustern.". Tocotronic zeigten sich "so steif und glatt wie ein Wachstischtuch". Ähnliche Vergleiche findet sie über den gesamten Text hinweg, den wir hier - urheberrechtlich vorbildlich - nur in Auszügen wiedergeben. Die kühne und doch auch irgendwie wohlwollende Schluss-These der Kritikerin wollen wir euch nicht vorenthalten: "Vielleicht ist ja dieser lahme Stubenhockerprotest die späte Rache an langweiligem Schulunterricht, dem Tocotronic jetzt mit entsprechend langweiliger Musik begegnen, um ihre ehemaligen Lehrer und die ihrer treuergebenen Fans zu bestrafen, sozusagen mit dem Nimbus des Nichts und ohne einen Funken zur Schau gestellter Begeisterung."




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