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Tour-O-Graphie

Konzertdetails

Wenn du Korrekturen zu diesem Konzert hast, dann schick sie bitte an Wolfgang.

04.10.99 - Köln
Location: Live Music Hall
Konzertart: Clubauftritt
Andere Bands / Vorbands: And the Lefthanded
Berichte: Patrick war augenscheinlich enttäuscht. Sein Bericht illustriert ziemlich gut, was damals so manchem "alten Fan", oder Liebhaber der "Alten Platten" sauer aufstieß: Das veränderte Publikum, die veränderte Konzertatmosphäre, die neue Art der Tocotronics, ein Konzert zu beginnen (Instrumente aufbauen lassen statt selber machen, Publikum lange warten lassen, was sie früher in Interviews verurteilt haben etc...). Aber seht selbst:

"...mein drittes Tocotronic-Konzert in diesem Jahr: Erwartungsvoll fahre ich mit Freundin und vier weiteren Bekannten nach Köln, um mir wiedermal die größte, mir bekannte Band anzuschauen: TOCOTRONIC.

Erste Niederlage nach der Ankunft: ich schaue auf mein Ticket, ob ich mich nicht eventuell im Datum geirrt habe. Nein, es ist der richtige Montag, heute findet hier kein ECHT-Konzert statt. Vor der LMH steht ein Rudel 14-16 jähriger Mädchen, ein paar "alte" Fans sind auch noch da. Der Angriff auf die Charts scheint gefruchtet zu haben. "Naja, die werden sich noch wundern, wenn die TOCOs mal richtig aufgedreht haben", denke ich mir so, doch weit gefehlt !!!!

Mit fast einstündiger Verspätung beginnen "Larry and the Lefthanded" (ob die jetzt mit oder ohne Larry waren hab ich nicht geblickt) in der recht voll gepackten LMH zu spielen. Die Jungs aus Finnland machen ihren Job wirklich gut, wir und die Teenies fangen schon an uns langsam zu bewegen. Nach ca 45 min. guter Vorgruppe begann dann der Umbau für die TOCOs. Erste Auffälligkeit: Selber mit anpacken scheint sich für eine chart-kompatible Band nicht zu gehören, keiner der drei läßt sich auch nur auf der Bühne blicken. Das hab ich von TOCOTRONIC glaub ich noch nie gesehen.

Nachdem die Bühne fertig ist und es eigentlich los gehen könnte passiert erstmal GAR NICHTS !!! Eine gute halbe Stunde lassen die TOCOs ihr Publikum noch warten (und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Hälfte der Mädels eigentlich schon im Bett liegen müsste!!) und ich frage mich: WAS SOLL SOWAS ?????? Naja, irgendwann gegen 22h ging es dann jedenfalls los.

... und wie es los ging !!!!!

Angefangen wurde, wie auf allen Konzerten, die ich dieses Jahr gesehen habe, mit "Das Geschenk", ein wunderschönes Lied, an dem es wahrlich nichts auszusetzen gibt. TOCOTRONIC trällerten sich dann so etwa eine halbe Stunde mit ihren neuen, recht gemütlichen Liedern durch, bis die ersten Reaktionen aus dem Publikum kamen. Bis hierher standen alle (auch die Teenie-Mädels) mit großen Augen rum und lauschten den Klängen, die da kamen. Es kamen die ersten Aufforderungen die alten Stücke zu spielen (Freiburg, Masterplan, Abgrund, ect.) und es waren Zurufe wie "Jungs, jetzt gebt mal ein bisschen Gas" oder auch etwas drastischer: "Kein Applaus für Scheiße" zu hören, die von einigen hochgereckten Stinkefingern untermalt wurden. Ich hätte gerne auch was gerufen, aber mir hatte es die Sprache verschlagen. Pseudo-stagedivende Kinder, die auf den Boden fielen, weil die ganzen kleinen Mädchen in den ersten 10 Reihen sie eh nicht halten konnten und ein langweiliges Pop(!!!)-Konzert hatte ich an diesem Abend einfach nicht erwartet. Hin und wieder mal ein altes, etwas schnelleres Lied (Drüben auf dem Hügel, Jugendbewegung) brachte zwar immer sofort ordentlich Bewegung in die Halle, doch die aufkommende gute Stimmung wurde immer wieder mit neuen, meiner Meinung nach schönen, aber konzert-untauglichen Liedern, wie "Das sind keine Rästel" oder "Der gute Rat" unterbunden. Daran änderte sich dann auch bis zum Ende der Veranstaltung nichts mehr, die bezeichnender Weise mir dem (schönen, aber lahmen) Lied "17" beendet wurde. Die Zugabe-Rufe fielen für TOCOTRONIC-Verhältnisse eher sparsam aus, wie ich fand. Wen wunderts, wir und viele andere von den "Älteren" habe gar nicht erst gerufen.

Zusammenfassend: es war das schlechteste TOCOTRONIC-Konzert, das ich je gesehen habe !!!!!!!! Dirks Aussage "Ich werde mich nie verändern, ich werde immer der Selbe sein" kann man als glatte Lüge ansehen und ich gebe dem Schlagzeuger recht, der schon vor längerer Zeit wusste: "Die Mehrheit will das nicht hören, Arne". Eigentlich wollte ich ja noch auf die Konzerte in Frankfurt und Bielefeld gehen, doch das Geld spar ich mir zusammen mit meinen Freunden jetzt. Fragt sich nur was bleibt, wenn die chart-kompatiblen Girlies genauso schnell wieder weg sind wie sie gekommen sind und TOCOTRONIC sich alle ihre alten Fans vergrault haben.

Für mich wars das fürs erste in Sachen TOCOTRONIC. Ich setzt mich lieber mit den alten Platten hin und warte mal ab, was es noch so geben wird von Jan, Dirk und Arne ... und ich hab da ein eher schlechtes Gefühl."


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Franziska hingegen hats gefallen, wie wir ihrem Bericht, der zunächst hier veröffentlicht wurde, entnehmen:

"Freitag Abend Robbe in Wuppertal angerufen: Du, ich komm morgen, hab noch zwei Fahrten auf meinem Tramperticket. Samstag 5 ½ Stunden gefahren, drei Stunden auf dem Wuppertaler Bahnhof zugebracht, was machen wir jetzt, was ist hier abends so los? Internet, o.k., heute rose club, wie bitte, Montag Tocotronic in Köln?? Tja Robbe, da müssen wir hin (er kannte nur Let there be rock und fands doof)! Montag Karten besorgen kein Problem, in Wuppertal zu dünn angezogen im Regen rumgelaufen, in Köln den Domturm bezwingen wird nichts (fünf Minuten zu spät), na gut, dann nur so rein, zwei Semester und ein Intensivkurs Latein machen sich Gott sei dank langsam bemerkbar (mal was Positives). Live Music Hall gesucht, falschrum in die Einbahnstraße rein, na und? Noch ne Stunde in der unheimlich kalten Kälte gestanden, Robbe aber wunderbar unpassend im schwarzen Anzug, den üblichen Platz vorne links bezogen, die Vorband läuft schon.
Machte anfangs auf mich nicht so den tollen Eindruck, der verbesserte sich aber von Lied zu Lied. Ich glaub, das sind Meister der Liedanfänge. Dann noch ewig lange (schien mir jedenfalls so) im Dunkeln rumgestanden, wenn man lange genug auf diesen Tiger oder Panther, na das Kätzchen im Hintergrund jedenfalls starrt und eine blühende Phantasie hat, kann man schon in eine merkwürdige Stimmung geraten. Dieses blöde UV-Licht! Ich sah mit meinem gestreiften Pullover aus wie ne Wespe! Hätte mich mal einer warnen sollen. Ich war dieses Jahr immer nur auf Festivals, das war das erste Mal, daß ich das Intro im Dunkeln gehört hab. Und mußte feststellen, es ist eindeutig dafür geschaffen, Spannung, Spanung, endlich mal wieder gute Musik in einem guten Konzert hören! Bei irgendsonem, wie nennt sich das, Baßwirbel, blieb mir doch tatsächlich die Luft ganz weg, gut, daß er nur kurz war, sonst wär ich noch blau angelaufen. Der Ablauf so ziemlich wie immer, Das Geschenk, Jenseits des Kanals und co. Allerdings mehr als ich bisher mitgemacht habe, auf Festivals haben sie ja nicht so viel Zeit. Jan hatte ich sonst immer nur als ziemlich in die Musik versunken, ernst dreinschauend, zwischendurch ein paar Ansagen machend erlebt (sieht man mal vom Bizarre ab), diesmal dauergrinsend, lag vielleicht an der anwesenden Verwandtschaft. Nervig nur mal wieder die Freiburg-Michael Ende-Charlotte-Helga-ausziehn-Arne-Brüller. Und die dauernden Stagediver, obwohl Jan nicht zu unrecht darauf hinwies, daß das eher nicht zur Tocotronicmusik paßt. Ein schönes Nach Bahrenfeld im Bus, und da hüpft irgendwer auf der Bühne rum. Vielleicht hat Arne ja das Ich mache meinen Frieden mit euch für sie gesungen. Oder für Leute wie mich, wer weiß. Auch der Tag ohne Schatten hat mir diesmal viel besser gefallen als sonst, die drei haben offensichtlich viel Spaß dabei. Am Ende Freiburg, Pause (wirklich sehr lange), K.O.O.K. (sehr schön als [ko:k] angesagt), Die Welt kann mich nicht mehr verstehn, für mich immer noch eins der besten Livelieder, ich kaum noch anwesend. Noch längere Pause, Baß und Gitarre gestimmt, dann als dritte Zugabe 17. Wunderbarer Konzertabschluß, ich schwamm zwischenzeitlich geistig davon und mußte erst mal wieder mitbekommen, wo ich eigentlich bin. Wie Dirk zwischendurch sang: Noch vor kurzem hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dieser Veranstaltung hier beizuwohnen. Da war er wieder, der Ja!Genau!Effekt. O.K., anderer Kontext, aber das macht ja gute Texte aus: Schreiber, Text, Empfänger, eine neue Welt. In dem Fall mit einem kilometerbreiten Grinsen im Gesicht. Hinten hab ich Robbe wiedergetroffen, für den war das beste, daß da öfter mal frische Luft reinkam. Na ja, er hats wenigestens versucht. Ich flog dafür einmal mehr nach Hause."




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