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Tour-O-Graphie

Konzertdetails

Wenn du Korrekturen zu diesem Konzert hast, dann schick sie bitte an Wolfgang.

19.10.99 - Hannover
Location: Capitol
Konzertart: Clubauftritt
Andere Bands / Vorbands: The Weakerthans
Berichte: Niels sandte uns folgenden Bericht: "Schon mein zweites Toco-Konzert binnen viereinhalb Monaten, Wahnsinn! Diesmal trieb es mich (bzw. uns) ins ferne Hannover, um im dortigen Capitol unsere "Lieblinge" bestaunen zu können. Die Termine im weitaus nähergelegenen Hamburg sind (bzw. ab heute: waren) leider aufgrund von diversen (Leistungskurs-) Klausur sehr unpäßlich.

Unsere Vorfreude kannte im Vorfeld eigentlich kaum Grenzen, obwohl es saukalt war, wir erst nach `ner halben Stunde was "passables" zu essen fanden (Currywurst und Pommes...), unser Bier widerlich metallisch schmeckte und ich Halsschmerzen hatte. Das war ja alles noch wohl oder übel zu ertragen, halt bis zum Moment, als der eigentliche Einlaß beginnen sollte! Einige hundert standen vor (fast) geschlossenen Türen! Bis auf eine kleine Tür, die jeweils nach fünf eingelassenen Personen wieder versperrt wurde, gab es keine Eingansmöglichkeit! So ca. gegen 20:45 waren wir dann endlich, endlich drinne, gut durchgekühlt, mit lahmen Beinen, aber froh, einen der letzten Hocker (d.h. Sitzplatz) ergattert zu haben. Von nun an konnte es nur noch gut werden, und es wurde besser...

Nach einigen Zigarettenlängen begannen dann die Kanadier namens WEAKERTHANS, die mit ihrem Soundverschnitt von Green Day-, Bush- und Offspring-Elementen zwar nicht vollends begeistern, aber zumindest hier und da gefallen konnten. Nach mehreren punk-ähnlichen, einigen gesetzteren und wenigen balladesken Songs hatte der Spuk nach ca. 35 sein erhofftes (nicht wirklich böse gemeint, aber alle waren halt wegen wem anderen gekommen!) Ende.

Nach den WEAKs ging dann erstmal wieder das (teilweise etwas penetrante) Licht wieder an und man wurde (ob freiwillig oder nicht) mit fremdartigen Sounds beschallt, die irgendwo in der Schnittmenge von TripHop, Drum n Bass und EBM anzusiedeln waren...very strange stuff.

Dann, endlich, nach (für jeden wahren Tocotronic-Liebhaber) ewigen Minuten des Wartens, wurde das Etablissement wieder abgedunkelt, die Musik aus den Lautsprechern verhallte leise und ein dämonisches, nervenaufreibendes, schier unerträglich endendes Intro eröffnete das Gastspiel der drei Freunde!

Sie beginnen obligatorisch mit "Das Geschenk". Keine schlechte Wahl, da das alte Material vielen wohl nicht bekannt war, wie man vorher so in der Warteschlange mitbekam...

Darauf folgte dann mein persönlicher Fave vom "K.O.O.K."-Album, "Jenseits des Kanals". Melancholie pur, vor allem Dank Dirks Phrasierung, die einige Passagen noch philosophischer erscheinen ließen (das meine ich übrigens ernst, so trivial die Texte oberflächlich betrachtet auch aussehen mögen, lassen sie (fast) alle eine zweite, dritte oder sonstwievielte Interpretationsmöglichkeit zu!) und daher auch ratloser (der gute Rat kam nämlich erst später...), beinahe schon liebevoll unschuldig...

Mit "Jackpot" wurde dann erstmal erneut die "Flughund"(O-Ton Dirk)-Fraktion beglückt, die die neue Single auch gebührend feierten, wobei mir jedoch die "neue" Version des Stückes nicht ganz so gut wie die originale gefällt, aber Hauptsache die anderen hatten ihren Spaß...

Aber, lange Zeit zum Maulen haben sie mir netterweise nicht gelassen, wurde ich kurz darauf durch mein liebstes "Drüben auf dem Hügel" mehr als entschädigt, das aber auch vielen anderen zu gefallen schien!

Nach einer Analyse der zweiten Geschmacksgrenzen, einem Besuch im Rotary-Club und einem guten, die Ratlosigkeit vertreibenden, Rat und ein oder zwei (so genau weiß ich das nicht mehr, sorry!) weiteren Stücken, kam dann ihr Manifest. "Das Unglück muß zurückgeschlagen werden", und das wurde es, alle waren fröhlich und entspannt, so schien es jedenfalls.

Aber dann, Arne Zank, Trommeltier, Gitarrenvirtuose und unumstrittener Gott des LoFi-Sounds, trat nach vorne!!! Sofort schnappte er sich (s)eine Gitarre...doch... sie funktionierte nicht!! Unsicher und unbeholfen taperte Arne auf der Bühne herum, während sich ein Techniker um sein (anscheinend) defektes Gerät kümmerte. Um das Ganze jedoch nicht als wirkliche (d.h. unfreiwillige) und stimmungsabbauende Pause ausarten lassen, ergriffen Dirk und Jan das Wort. Nach einigem Hin und Her hatte Jan dann Dirk endgültig das Wort erteilt, der darauf eine nette Anekdote zu erzählen wußte. Er (Jan wahrscheinlich auch, da er ja auch erzählen wollte) hatte vor Jahren einem Black Metal-Konzert beiwohnen dürfen, einem der Norweger Darkthrone um genau zu sein. Dort gab es wohl auch technische Probleme, die der Sänger (Ted Skellum aka Nocturno Culto Anm.d.Verf.) dann in seiner Gesangsstimme verkündet haben soll. Sicher, das Ganz klingt nicht besonders lustig, aufregend oder irgendwie wissenswert, aber der Moment, indem Dirk seine Erzählung beendete war historisch. Wo vorher jedes "Dankeschön" frenetisch bejubelt wurde, kam nichts!!! Niemand hatte anscheinend auch nur etwas verstanden! Black Metal,wasn dess (Böse, größtenteils primitve und brutale, jugendgefährdende, antichristliche Musik, jedoch nur semi-seriös Anm.d.Verf.)??? Darkthrone, haben die nicht mal mit TOCOTRONIC `ne Split-EP gehabt??? (nee, aber `91 mit "A Blaze In The Northern Sky" eines der besten und wichtigsten BM-Alben überhaupt veröffentlicht A.d.V.) Was für `ne Stimme meint der denn??? (Very dark, evil and sinister!) Köstlich, darüber hinaus noch sehr sympathisch, hätte nicht erwartet, daß die Jungs auf sonne Konzerte gehen...

Ach ja, Arne, der gute hatte seine Klampfe mittlerweile zurückerhalten, auf der er dann auch schon bald "Tag ohne Schatten" anstimmte. Minimalistisch as Minimum could be, aber trotzdem ergreifend (im Sinne von mitreißend und nicht von armselig oder mitleiderregend) und wußte durchaus zu begeistern! Danach wurde dann "Ich mache meinen Frieden mit euch" in einer nur halbvollständigen Version intoniert, bei der er glatt doch die Vokabel "Arschloch" wegließ. Schämt er sich etwa, sich derartiger Artikulation vor solch großem Publikum zu bedienen??? Nichtsdestotrotz: Arne Zank ist GOTT!

Zu "Bahrenfeld" ergriff dann Herr von Lowtzow die gute Akustik-Gitarre und spielte uns ein wunderschönes Lied, währenddessen Arne etwas merkwürdig im Bühnenhintergrund herumschlich, kurze Zeit verschwand und dann wieder auftauchte. Bei "Let There Be Rock" und dem anschließenden "Rock-Pop in Concert" erniedrigte er sich dann wieder auf seinen Drum-Schemel und der zweite "richtige" Teil des Konzertes begann. Es folgte das mittlerweile programmatische "Morgen wird wie heute sein", darauf dann "Die Grenzen des guten Geschmacks I" (der Bock wurde also wieder von hinten aufgezäumt!) und anschließend eine gelungene, stimmungshebende Version von "Sie wollen uns erzählen". Wieder auf die "richtige" Gitarre gewechselt das vielbejubelte "Freiburg" in einer Trash-Version (Text nicht komplett, sehr schnell etc.) und als Abschluß das mich immer an "Love" von den Smashing Pumpkins erinnernde "K.O.O.K.". Dann waren sie weg!

Es wurde gerufen, gepfiffen, geklatscht und sonstwie an die Barmherzigkeit, und somit an Zugaben, der Herren appelliert. Aber die Zeit ihrer Bühnen-Abstinenz wurde länger und länger, sie wollten doch nicht wirklich schon Schluß machen?!? Nein, natürlich wollten sie nicht!!! Sichtlich erfreut von derartigem Zuspruch dankten sies dem zahlenden Volk mit dem lange totgeglaubten "Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein"!!! Eine selbige ergriff dann auch alsbald die vorderen Reihen und weitete sich aus, jedoch ohne mich aus meiner Ecke mitzureißen. Es war unglaublich, diesen Song live zu Gehör zu bekommen...danke!

Doch es sollte nicht die einzige Dreingabe bleiben, sie schenkten uns auch noch ?Die Welt kann mich nicht mehr verstehen?...aber ich konnte es, lieber Dirk!

Beeindruckt (in vielerlei Weise, jedoch hauptsächlich positiv) und überaus zufrieden wurde man abschließend mit einer schier unendlichen Vorstellung von "17" in die immer noch kalte Nacht entlassen...
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