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Tour-O-Graphie

Konzertdetails

Wenn du Korrekturen zu diesem Konzert hast, dann schick sie bitte an Wolfgang.

17.07.00 - Köln
Location: E-Werk
Konzertart: Festival (?)
Andere Bands / Vorbands: Fünf Sterne Deluxe, Saint. Etienne, J. Mascis, Console, Surrogat
Berichte: Ulrich hat einen Bericht geschrieben, den wir von hier übernommen haben. Schon der Titel lässt ahnen, dass der Gute sich nicht besonders gut amüsiert hat:

"Ein Nachruf.

Mitte August im alles verändernden Millenium-Jahr. Drei mehr oder weniger wache und ebenso mehr oder weniger finanziell abgebrannte Gestalten machen sich auf den Weg zum Bizarre nach Weeze. Wie es der Zufall - oder die Spex - will, findet einen Tag davor in Köln ein Konzertabend mit unseren drei bzw. vier (dazu später mehr) Helden statt. Nach ein paar eher ungeschickten Versuchen uns über das Internet ein paar Karten zu organisieren müssen wir am 17. August noch extra nach Bonn, um dort offline zu bezahlen und die Tickets in die Hände zu bekommen. Schöne neue Welt...
Dieser Ticketerwerb war zum Glück aber auch schon der letzte Bestandteil einer beschwerlichen Anreise. (Erwähnte ich schon, dass wir am Vorabend auf der Rückfahrt von Holland nach Deutschland erfolglos mitten in der Nacht vom BGS auf Drogen untersucht wurden? Tja, so was würden wir natürlich auch nie
machen. Nein, nein, nein...) In Köln fanden wir dann recht flott die anzusteuernde Lokalität, nämlich das E-Werk. Einige Stunden zu früh da, ließen wir es ganz ruhig angehen und platzierten unsere attraktiven Körper auf einen Parkplatz. Mit einer Flasche Wein, dem schönen Sommertag und anderen Genussmitteln war die Welt wieder in Ordnung. Erheiternd wiederum war das erneute Auftauchen unserer grünen Freunde. Wir saßen einfach so herum und sahen ein Polizeiauto die Straße entlang fahren, das plötzlich auf unseren Parkplatz fuhr und sich eindeutig um uns kümmern wollte. Noch etwas (über-)sensibilisiert durch das Vorabenderlebnis erwarteten wir gespannt der Dinge. Doch er - ganz im John Wayne Style (halt in modern mit Auto und ohne Pferd) - fragte uns nur banalerweise ob wir ein Moped in irgendeine Richtung haben fahren sehen. Hatten wir natürlich nicht und unser apathisches Antworten schien ihn auch nicht zu begeistern. So ritt ... ups ... fuhr er dann dem Sonnenuntergang entgegen... Auf jeden Fall schien danach die ganze Gegend nur aus Mopedfahrern zu bestehen, die wir dann mit geschulten kriminologischen Blick besonders gut wahrnahmen. Irgendwann begaben wir uns jedenfalls in die angenehmerweise nicht zu große Halle des E-Werks.
Schändlicherweise (ich sehe es wirklich ein!) ignorierte ich so ziemlich alles, was vor und nach Tocotronic kam. Fünf Sterne Deluxe, Saint. Etienne, J. Mascis, Console und selbst die guten Surrogat konnten mich von meiner Konzentration und Vorfreude auf Dirk, Jan und Arne nicht abbringen, so dass ich nichts mitbekam.
Irgendwann ging es jedoch los und angenehmerweise nicht mit dem "Geschenk". Nichts gegen das Lied oder die Reihenfolge der KOOK-Tour, doch wenn man diese zu oft gehört hat... Leider kann ich die genaue Abfolge der Songs nicht wiedergeben. Allerdings wurden offenbar weder neue Stücke, noch
"Raritäten" gespielt. Kurzum, es waren die Lieder der KOOK-Tour in einer anderen Anordnung.
Bei einigen Liedern spielte der neu vorgestellte Keyboarder mit. Ich weiß nicht, ob ich damit nur meine eigenen Vorurteile manifestiere, aber es passte einfach NICHT. Das gute KOOK-Album war an und für sich schon wenig für Konzerte geeignet, aber diese (Live-)Weiterentwicklung (haha, ich nenne es Degeneration!) ist ein Schuss in den Ofen. Ein Beispiel: Bei "Sie wollen uns erzählen" erwarte ich die schlecht gespielte ein-ton-Mundharmonika von Dirk und nicht ein Keyboard-Gedudel. Hinzu kam noch ein unsagbar schrecklich nervendes Publikum, das unter anderem zu jeder passenden und vor allem unpassender Gelegenheit nach Arne schrie. Wahrscheinlich kann man das nur psychologisch als den Ruf nach der Mutter deuten, welche die armen Kinder alleine in die weite Welt hinaus geschickt hat...
Vermutlich habe ich mich auch einfach zu sehr verändert, denn selbst bei den älteren Stücken konnte ich mich nur schwerlich an vergangene damit verbundene Emotionen erinnern geschweige denn zurück in Erinnerung rufen. Tocotronic hat mich stark beeinflusst und war mal meine Lieblingsband.
Vorbei. Irgendwie absurd, dass ich diesen Konzertbericht auf einer Fanseite zur Veröffentlichung stelle und mich doch mehr und mehr von dem "Objekt der Begierde" distanziere...

Nach dem Konzert hatte sich mein Stimmung jedenfalls um 180 Grad gedreht. Vorher voller Vorfreude - danach ziemlich große Enttäuschung.
Es gibt den dummen Spruch, dass andere Mütter auch schöne Töchter hätten. Musikalisch gesehen stimmt das jedenfalls und ich habe in diesem Jahr schon mindestens vier gute Konzerte gesehen, die mich diesen schmählichen Live-Auftritt von Tocotronic schnell vergessen lassen. Radiohead in Berlin, die Sportfreunde Stiller, sowie Fantomas in Dresden und zuletzt Blackmail beim Bizarre waren alle auf ihre eigene und schwer vergleichbare Art wunderschöne Erlebnisse.

Es gibt nur cool und uncool und wie man sich fühlt. Genau.!




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