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Tour-O-Graphie

Konzertdetails

Wenn du Korrekturen zu diesem Konzert hast, dann schick sie bitte an Wolfgang.

28.10.00 - Hamburg
Location: Rote Flora
Konzertart: Clubauftritt
Berichte: op hielt für uns fest:

"Ein seltsames Konzert schien es zu werden. Nachdem für mich erst in den letzten Tagen wirklich klar war, das es auch stattfindet (im tocotronix.de Forum wurde zeitweise Gegenteiliges behauptet), schienen die Rahmenbedinungen (8,- DM Eintritt und kein Kartenvorverkauf für ein Tocotronic Konzert in Hamburg) doch zumindest eine sehr frühe Anreise zu verlangen.

Also war der Abreisetermin für 17:00 Uhr festgesetzt (Anreisedauer von uns aus, ca. eine Stunde) und wenn nicht irgendwelche Penner immer zu spät wären, wären wir auch pünktlich los gekommen (in diesem Fall, war ich der "Penner") ...

Ohne Stadtplan, aber mit dem festen Willen es zu finden, kamen wir ohne allzu grosse Umwege um neunzehnuhrirgendwas an der Flora an. Ein auffälliges Gebäude mitten in einer belebten Strasse. Ich erinnerte mich die "Rote Flora" schonmal auf Spiegel TV oder etwas ähnlichem gesehen zu haben ...

Wir mischten uns dann in die zu diesem Zeitpunkt etwa 20 Meter lange Schlange. Leider schien unser Team-B, welches wir auf der Autobahn verloren hatten, noch nicht am Ziel zu sein, so dass ein Gang zur Telefonzelle nötig war (Team-B war handyausgestattet). Es stellte sich heraus, das Team-B den intelligenteren Anfahrtsweg gewählt hatte und bereits ca. 15m vor uns in der Schlange stand ...

Team-A (also wir) gesellte sich dann zum taktisch natürlich besser stehenden Team-B in der Gewissheit, die nächsten gut 2 Stunden (Einlass war für 21:30 angekündigt) hier warten zu müssen. Wir begannen aber sofort mit der vorausschauend mitgebrachten Akkustik-Gitarre uns und die umstehenden Massen zu unterhalten. Unter dem Motto "Nicht schön aber laut" wurde auf Zuruf quasi jeder tocotronische Songwunsch sofort mehr oder weniger originalgetreu umgesetzt. Man hätte ohne Probleme vor Ort eine "Tocotronic Variationen Vol.2" aufnehmen können. Mein Dank geht diesbezüglich an "Künstler K.", der die Gitarre nochmal "nachgestimmt" hat, damit wir den eher kritischen Zuhörern nicht allzu viel zumuten mussten.

Die Stimmung war also schon sehr gut, als wir dann gegen halb zehn in Grüppchen zu 10-20 Personen in die Flora gelangten. Die Flora selbst, hat eine richtig schöne Bruchbudenathmosphäre. An allen Wänden sieht man Parolen oder Veranstaltungsankündigungen auf purem Mauerwerk. Treppen und Türen machten einen ebenso baufälligen Eindruck, aber trotzdem war das Gebäude mit allem ausgestattet, was ein Konzertsaal so braucht. Zwischen Publikum und "Personal" bestand - wenn man denn mal welches getroffen hat - eine sehr familiäre Athmosphäre und es war irgendwie allgegenwärtig, das das hier kein gewöhnlicher Ort für ein Konzert ist. Sehr schade das wir keinen Fotoapparat dabei hatten.

Dirk und Arne waren kurze Zeit später schon im Zuschauerraum zu sehen, aber der Auftritt liess auf sich warten, da der Einlass nur schleppend voran ging und man erst beginnen wollte, wenn alle Zuschauer drin wären. Das hat allerdings so nicht funktioniert, denn unser nachgekommenes Team-C (Ankunft ca. 21:15) hat bis halb zwölf erfolglos versucht in die Flora zu kommen.

Gegen elf fingen Tocotronic dann ohne Intro mit "Wir kommen um uns zu beschweren" an. Also keine Kopie der "K.O.O.K."-Tour SetList.

Man fühlte sich wie in eine andere Zeit versetzt. Das waren immer noch Tocotronic, deren Aufstieg in immer grössere Hallen mit immer mehr Distanz zum Publikum man ja selber miterlebt hatte, aber hier waren sie wieder ganz nah. Dazu kam dann noch der Hamburg-Faktor. Jan betonte ein paar Mal, das man ja vor 6 Jahren (also 94, in den Anfangstagen) hier schon mal gespielt hatte (in den kleineren Räumen der Flora).

Es war für mich das erste Mal, das ich Tocotronic mit Rick McPhail gesehen hab. Obwohl ich vorher sehr sehr skeptisch war, war er kein Fremdkörper, sondern eine echte Bereicherung der Live-Darbietungen der neuen Lieder. Auch wenn ich immer der Meinung war, gerade die K.O.O.K.-Lieder live zu hören wäre gerade deswegen etwas besonderes, da sie in der puren Gitarre-Bass-Schlagzeug Kombination geradezu ganz andere Versionen der Album-Stücke darstellten, war es jetzt doch schön im langen "Jenseits des Kanals"-Instrumental Part eingestreute Keyboard-Töne und ergänzende Melodien zu entdecken.

Es wurde allerdings sehr sparsam mit Ricks Unterstützung umgegangen. Jedenfalls hielt er sich aus den alten Stücken komplett raus. Das er bei "Sie wollen uns erzählen" nun Dirks Mundharmonika ersetzt, wird bestimmt hauptsächlich deswegen kritisiert, weil jetzt Dirks unbeholfenes Auftreten mit diesem Instrument entfällt (was zugegebener Massen aber auch zu und zu schade ist). Zu "Die Grenzen des guten Geschmacks 1" hat Dirk sogar das Solo gespielt, ich behaupte das er das sonst nicht gemacht hat, vielleicht auch ein Nebeneffekt der Keyboard-Unterstützung ?

Die ganze SetList war einfach wunderbar. Bei jedem Lied stellte sich ein "Oh wie geil"-Effekt ein und ich fühlte mich als Teil eines jener Konzerte, die ich nicht wieder vergessen werde. Vielleicht lag es daran, das man dem Abend im Vorfeld eher skeptisch gegenüber stand und keine allzu grosse Erwartungshaltung hatte. Vielleicht war aber auch einfach mein persönliches Umfeld an dem Abend so ideal, das alles stimmte (einzig und allein von der Tatsache getrübt, das unser Team-C den Einlass nicht erlangte). Vielleicht waren aber auch die 3-4 Musiker auf der Bühne heute einfach so gut und die Zusammensetzung des Publikums heute in einer Weise, die diesen Abend zu etwas so Besonderem machte.

Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren und hab erst bei den ersten Klängen von Freiburg realisiert, das die "Brüller" ja schon alle gespielt waren und das Konzert sich wohl dem Ende neigt. Freiburg wurde mit der bekannten fetten Gitarren/Bass/Schlagzeugwand beendet, die immer wieder kräftig in den Bauch geht und im Anbetracht des Bauwerks mußte man fast befürchten gleich fängt irgendwas an zu bröckeln.

Dann kam erstmal braves Verbeugen und ein erstes "Tschüss". Was natürlich nicht wirklich ernst gemeint sein konnte. Die Zugabe liess auch nicht lange auf sich warten. Es war "Ich möchte Teil einer Jugendbewegung Sein" in der K.O.O.K.-Tour Fassung. Danach kamen sie dann nicht mehr wieder. Irgendwie wars für mich auch O.K. so. Zu Schön wars bis jetzt, das eine Steigerung nicht mehr drin war. Wir standen noch etwas länger vor der Bühne um uns zu sammeln. Wir waren uns einig, ein unglaublich schönes Konzert erlebt zu haben und jeder von uns wurde in seinen Erwartungen übertroffen.

Für mich erlangte der Abend noch einen krönenden Abschluss, als Dirk meine geliebte Festival-Schraddel-Gitarre signierte und wir noch kurz über das zu erwartende Album, den Einsatz von Rick McPhail und darüber wie toll es war geredet haben.

Also ich hab schon viele tolle Konzerte erlebt. Und war auf vielen vielen Tocotronic Konzerten. Ich war 97 in Roskilde dabei. Das hier war vom Feeling der Gipfel !
Setlist: (Reihenfolge nur geschätzt, Vollständigkeit auch nicht sicher) :
"Wir kommen um uns zu beschweren"
"Jackpot",
"Das Geschenk",
"Ich bin ganz sicher schonmal hiergewesen",
"Du bist ganz schön bedient",
"Der gute Rat",
"Die Grenzen des guten Geschmacks Teil 2",
"Jenseits des Kanals",
"Ich bin viel zu lange mit euch mitgegangen",
"Meine Freundin und Ihr Freund",
"Let There Be Rock",
"Die Grenzen des guten Geschmacks Teil 1",
"Sie wollen uns Erzählen",
"Drüben auf dem Hügel",
"Die Welt kann mich nicht mehr verstehen",
"K.O.O.K.",
"Freiburg" mit Mega-Outro
Als Zugabe : "Jugendbewegung"




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