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Tour-O-Graphie

Konzertdetails

Wenn du Korrekturen zu diesem Konzert hast, dann schick sie bitte an Wolfgang.

12.06.02 - Köln
Location: Sendesaal des WDR
Konzertart: 1Live Konzert
Berichte: Wir bekamen einen Bericht von "krü":

"Zugegeben: Es war tatsächlich meine erste bewusste Live-Begegnung mit Tocotronic. Über die Jahre hinweg habe ich sie hier und da wohl schon einmal auf den Festivals der Nation gesehen, aber nie wirklich wahrgenommen. Mehr ein Rauschen im Hintergrund als schönes Abrocken. Doch dann habe ich in diesem Jahr Tocotronic entdeckt. Über Umwege, sozusagen, weil ich mich jahrelang gesträubt habe. Oder, und das wird den meisten so gehen, man kann vielleicht sagen: Tocotronic haben mich entdeckt. So oder so " es hätte durchaus schlechtere Orte für diese Begegnung geben können. Da muss man ja mal ganz ehrlich sein.

Kurz nach 21 Uhr sollte es losgehen, gleich nach den Nachrichten. Die Jungs werfen hier und da schon vorher mal einen Blick ein den netten, kleinen und sehr schmucken Sendesaal. Zur Hälfte Fans, zur Hälfte Journalisten, viele sind beides. Insgesamt vielleicht 150 Leute, der Saal ist gerade mal zur Hälfte gefüllt. Wie viel, frage ich mich, während das Licht so langsam aus geht, wie viel würden wohl alle die für den Abend zahlen, die schon immer Teil der Jugendbewegung Tocotronic waren? Der Moderator mit WM-tauglicher Kurzhaarfrisur kommt auf die Bühne und sagt, dass man gleich schön klatschen solle. So würde auch die Hörer was von der recht feinen Stimmung im Saal mitbekommen. Dann kommen Tocotronic und alle klatschen. Auch nach dem ersten Lied "Die Grenzen des guten Geschmacks 1" und auch vor dem zweiten Song namens "This Boy Is Tocotronic". Es muss niemand mehr sagen, dass man sich freuen soll. Wir tun es.

Das befürchtete Analysekonzert für die querdenkende Journaille wird es nicht. Die ersten Reihen stehen dichtgedrängt, nur ab Reihe acht oder neun wird es dünner. Hinten stehen die wichtigen Leute, wichtiger als die Band, mit Becks in der Hand, manche tatsächlich mit Schampus. Die kurzen Pausen zwischen den Liedern nutzen die Anwesenden, um ihre Freunde oder bekannte an den Rundfunkgeräten zu grüßen. Michael Ende scheint so einer zu sein. "Emsdetten" wird begrüßt, Dirk muss lachen. "Bitte was?" Überhaupt lachen: Die Band scheint sehr froh gelaunt zu sein. Spiegelt sich auch in der Musik wieder. Finde ich jedenfalls. Da ist eine neue Fröhlichkeit zu entdecken. 1:1 ist jetzt vorbei, wissen wir ja. Für mich bedeutet das: Die Unentschlossenheit hat ausgedient, kein Unentschieden mehr, sondern ein klarer Weg. Der Weg, der dazu führt, dass auch Tocotronic mal die Sonne aus dem Arsch scheint. Man mag es kaum glauben.

"Es ist alles so einfach" heißt es auf der neuen Platte bei "Führe mich sanft". Und vielleicht ist dieses ja das viel wichtigere Statement des Platte. Gespielt wird das Lied aber nicht. Man merkt es auch so. Die Tracklist ähnelt in erschreckendem Maße den anderen Auftritten in diesem Jahr. Aber Tocotronic sind jetzt ja auch Stars. Auf allen Kanälen des WDR. Als drittes Stück kommt "Ich bin viel zu lange mit euch gegangen", es folgen "Drüben auf dem Hügel", "Näher zu dir", "Jackpot" (eine Aufforderung zum Glücksspiel), "Wolke der Unwissenheit", "Schatten werfen keine Schatten", "Sie wollen uns erzählen", "Hi Freaks" und "Let There Be Rock" Schön, wenn man aus einem so reichhaltigen Fundus schöpfen kann. Als die Zeit knapp wird, besinnt man sich darauf, dass man "eine Hardcoreband" sei. "Ich bin drei Schritte vom Abgrund entfernt" und "Die Welt kann mich nicht mehr verstehen" werden dementsprechend runtergebrettert. Für die Anwesenden gibt es dann noch als Zugaben "Du bist ganz schön bedient" und "K.O.O.K.", im Radio laufen derweil schon wieder Britney Spears und Konsorten.

Tocotronic wirken während dieser knapp 70 Minuten auf mich sehr gelöst und zufrieden. Die neuen Songs rocken live um einiges mehr und passen gut zum alten Kram. Der wird aber immer noch, verständlich, deutlich stärker abgefeiert. Während der orgiastischen Ausuferungen wie bei "K.O.O.K." scheint die Band, verstärkt durch Rick McPhail, wie versunken in ihrer Musik. Augenkontakt zum Publikum gibt es nicht, nur in den Pausen. Besonders Drummer Arne zaubert mit seinen jungenhaften Eskapaden hinter dem Schlagzeug den Besuchern immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht Nach einigen Liedern stellt er sich auf seinen Hocker und lässt sich feiern. Stimmungsvolle Wechsel, und doch ist eines klar: Es ist einfach Rockmusik. Da mag man über das aktuelle Album sagen, was man will. Am Ende sind alle froh. Ein schönes Konzert in nettem Ambiente. Und die Gewissheit: Demnächst als Bootleg bei E-Bay.
"

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Und Patrick hielt für uns fest:

"Mittwoch, 12.06.2002, EinsLive laed zum Tocotronic-Radiokonzert im Kultkomplex. Als "Sektor-Mitglied" weiss man diese Veranstaltung ja zu schaetzen, meist gibts da recht gute Musik. Drei E-Mails zum Gewinnspiel haben gereicht, um eine Karte zu ergattern. Das Publikum war erstaunlich "tocotronic-like", die Fragen waren für doofe Chart-Hits-Teenies wohl zu schwierig. An dieser Stelle ein grosses DANKE an EinsLive, mehr von diesen Goeren, die sabbernd die Playlist ihrer "Idole" fotografiert haben (!!!!!), in die Pausen die Namen ihrer Oma rufen und den Wellensittich Hansi gruessen haette ich nicht ertragen!!!!!

Jetzt aber mal langsam zum Konzert! Die neue CD finde ich persoenlich ja irgendwie sehr seltsam!! Textlich habe ich den Eindruck, dass sich die Drei von dem Versuch die Charts zu stuermen (KOOK) verabschiedet haben und wieder "ihr Ding" machen. Musikalisch finde ich die Stuecke (bis auf wenige Ausnahmen) eher sehr maessig. Wie das Konzert wohl werden wuerde war also sehr spannend.

... und es war ueberraschend gut!! Die neuen Stuecke klangen wesentlich eindrucksvoller, als sie auf der CD rueberkommen und es wurden viele alte Stuecke gespielt, die ich von Tocotronic live seit langem nicht mehr hoehren durfte. "Ich bin viel zu lange mit euch gegangen", "Drei Schritte vom Abgrund", "Die Welt kann mich nicht mehr verstehen" und vor allem "Du bist ganz schoen bedient" (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) ist ja eine wirklich geeeeeeniale Sammlung der besten alten Stuecke!!!!! "Drueben auf dem Huegel" nicht zu vergessen!!!!! Wie schon gesagt, die hab ich live alle schon sehr, sehr lange nicht mehr gehoert!! ... und ich hab sie in den letzten Jahren nun wirklich oft genug gesehen. Noch was: auch wenn ich das vorher nicht so wahr haben wollte, Rick McPhail ist eine Bereicherung für die Truppe!!!! Kompliment!! (... ich rauche auch so lange, wie Rick McPhail raucht ;o)) °°°°TOOOOOOOOOMTE°°°°

Auf jeden Fall freu ich mich schon auf die Club-Tour im Herbst, wenns so gut wird, wie am Mittwoch, dann wirds ein Renner!!!!!"




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