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Tour-O-Graphie

Konzertdetails

Wenn du Korrekturen zu diesem Konzert hast, dann schick sie bitte an Wolfgang.

08.10.02 - Mannheim
Location: Capitol
Konzertart: Clubauftritt
Berichte: Eine sehr ausführliche Rezension schrieb Patrick Bahners in der Frankfurter Allgmeinen Zeitung vom 10. Oktober 2002 (Seite 35). Sie beginnt - geradezu weissagend - mit den Worten "Bedingungslose Kapitulation".

Der Kritiker erklärt zunächst wortreich, dass Tocotronic in Interviews schon seit Jahren den Hass-Songs abschwören und das auch mit ihren Veröffentlichungen konsequent umsetzen. Und dann, schreibt die FAZ, beenden sie das Konzert mit dem Stück "Freiburg": "Ausgerechnet jene Hymne der Verachtung, die man kaum ehrlich gegen den Verdacht in Schutz nehmen kann, hier werde im Namen der Einsamkeit ein großes Einverständnis der Besserfühler zelebriert. Den stillschweigenden Konsens setzt der Titel dieses Titels schon voraus, ist doch der Witz des Liedes, daß kein Vers die Stadt der Brettspielfanatiker, der umweltschonenden Verkehrsteilnehmer und der subventionierten Körperkunstexperimente beim Namen nennt. Aber wer demonstriert denn hier Verbrüderung? Die braven Bürger der alternativen Metropole, die in beschaulicher Koexistenz ihren Liebhabereien frönen? Oder die wogende, tobende, grölende Menge auf dem Mannheimer Tanzboden? (...) Haben Tocotronic gesehen, daß sie sich auf das niedrige Niveau ihrer Anhänger begeben müssen? "

In langen Absätzen ergeht sich der Kritiker in einer geradezu kunsthistorischen Analyse einiger Tocotronic-Songs, von "Let there be Rock" über "Meine Freundin und ihr Freund" bis hin zu "Vier Geschichten von dir", er beschwört Dürrenmatt, Clairon, Baudelaire und Don DeLillo, über Freiburg schreibt er weiter: "Der Sänger weiß es viel zu gut, wußte es immer schon, stilisierte diejenigen nur zum Rätsel, denen die Welt kein Rätsel ist. Und doch weiß er jetzt eigentlich nicht mehr, wieso er die Kulturbeamtennaturen noch hassen soll, seit er weiß, was sie nicht wissen - wie groß die Welt jenseits von Freiburg ist."

Als erste Zugabe folgt "Hi Freaks", mit der bekannten Zeile "Autogramme vis a vis". Dazu meint der Kritiker: "Listig schickt der Star die Fans auf die Gegenseite zurück, obwohl garantiert echt doch nur die Unterschrift wäre, die er vor ihren Augen leisten würde. Aber indem er ein Double formt, liefert sich der Sänger dem Prozeß aus, den er in Gang setzt: einer Kreisbewegung, die dasselbe Motiv unendlich oft durchspielt, höher und höher getragen vom harmonischen Delirium einer nicht kontrapunktischen, sondern amplifizierenden Begleitung. Und so erheben sich aus dem Krater der Persönlichkeitsspaltung die Konturen eines Kosmos, in dem der andere nicht mehr der Feind, der Ausgeschlossene ist."




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