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Tour-O-Graphie

Konzertdetails

Wenn du Korrekturen zu diesem Konzert hast, dann schick sie bitte an Wolfgang.

05.06.04 - Omsk (RUS)
Location: Planeta
Konzertart: Disco-Auftritt
Berichte: Mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Allgemeinen Zeitung haben wir deren Bericht über die Russland-Tour übernommen (Bitte auch auf die Hervorhebung achten):

Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk

Im Rahmen des „Deutschen Kulturjahres in Russland“ trat die Hamburger Band „Tocotronic“ am zurückliegenden Samstag im sibirischen Omsk auf. Zuvor hatten sie per Zug die östlichen Weiten erkundet und Auftritte in Jekaterinburg, Nowosibirsk und Krasnojarsk absolviert

Süß, wie die Jungs von Tocotronic in das bläulich schimmernde Restaurant des Clubs „Atlantida“ in Omsk stolpern. So verstrubbelt und verschlafen erscheinen sie zur Pressekonferenz, dass zusätzlich zum bereit gestellten Mineralwasser schleunigst vier Tassen schwarzer Kaffee vor den Bandmitgliedern stehen. Eine Nacht in der transsibirischen Eisenbahn mit rumpelnden Rädern, gesprächsfreudigen Mitreisenden und sirrenden Mücken – da braucht es erst einmal ein paar Zigaretten, um halbwegs wieder auf den Damm zu kommen.

Vom 29. Mai bis zum 6. Juni war die Hamburger Band Tocotronic im Rahmen des „Kulturfrühling in Sibirien“ auf Tour durch Russlands Osten. Der Kulturfrühling ist dem „Deutschen Kulturjahres in Russland“ untergeordnet und umfasst Autorenlesungen, Kinofilme, Themen-Discos sowie Konzerte deutscher Rockbands. Auf Einladung des Goethe-Instituts bereisten Sänger und Gitarrist Dirk von Lowtzow, Schlagzeuger Arne Zank, Bassist Jan Müller und das neue Bandmitglied Rick McPhail, ebenfalls Gitarrist, die Städte Jekaterinburg, Nowosibirsk, Krasnojarsk und Omsk.

Zur Freude der im Ausland lebenden Tocotronic-Fans hat die Band auf ihren vier Konzerten neben den alten Liedern hauptsächlich bisher unveröffentlichte Songs vorgestellt, die noch an kein deutsches Fanohr gedrungen sind. „Gegen den Strich“, ein wütendes Liebeslied zum Beispiel oder ein Lied über die unzähligen überflüssigen Regelungen, mit denen Deutschland seine Bewohner drangsaliert.

Alle neuen Songs wurden von den vier Musikern gemeinsam geschrieben und arrangiert; die Stücke, so Sänger von Lowtzow, drehen sich im Wesentlichen um „Wahnsinn, Exzess, Rausch und Extase“. Drei Schlagworte, die ihre Musik charakterisieren? Die Antwort kommt prompt: „Rock and Roll“. Nach einem Abstecher in die elektronische Ecke wird sich die Band mit ihrem nächsten Album wieder ihren Ursprüngen zuwenden, der – wie es im Programm der Sibirientour heißt – „melancholischen Rockmusik“.

Abgesehen von surrealen Gastspielen wie das in Krasnojarsk, wo Tocotronic sich in einem gut gesitteten Restaurant mit ebenso betuchten Gästen wiederfand, waren die Konzerte ein Erfolg. „Die Auftritte“, so der Sänger Dirk von Lowtzow, „haben uns sehr gut gefallen, waren jedoch auch sehr unterschiedlich.“ Oft genug fühlt man sich selbst nach „Absurdistan“ – O-Ton von Lowtzow – versetzt, wenn die Jugendlichen erst zum Punkrock der Tocos und dann zu Techno abtanzen.

Die Atmosphäre in russischen Clubs ist grundverschieden von verrauchten Kiezkaschemmen wie beispielsweise dem Hamburger „Golden Pudel’s Club“, einem Stammlokal des ehemaligen Trios. Statt in verrauchten engen Räumen finden sich Tocotronic in der modernen Omsker Disco „Atlantida“ wieder, in der die Gäste normalerweise von Gogo-Gesellen animiert und von funktionierenden Klimaanlagen durchlüftet werden. Die Konzertbesucher stehen nicht dicht gedrängt vor der Bühne, sondern sitzen zum größten Teil in gepflegten Sitzecken, die terrassenartig von der Tanzfläche an aufsteigen. Bis zum letzten Lied wagen sich selbst die beherztesten Tänzer nur bis auf einen Meter an die Bühne heran.

Trotzdem lieben die russischen Fans Tocotronic. Während des Auftritts werden aus den vier müden Jungs charismatische Rocker, die mit einem breit grinsenden „Strastwuitje“ das Publikum für sich einnehmen. Zwei Zugaben gibt die Band für die begeistert tanzenden Besucher. Nach einem anderthalbstündigen Auftritt, bei dem auch Stücke wie „Jackpot“, „Sailorman“ oder „Drüben auf dem Hügel“ als alte Hits der Band zu hören waren, sitzen Arne Dirk, Jan und Rick vor dem Bühnenausgang, quatschen mit den Besuchern und signieren Eintrittskarten und anderes: Ein bisschen unpraktisch sei das schon, sinniert von Lowtzow, als er einem jungen Mädchen mangels Kuli mit Lipgloss sein Autogramm auf den Unterarm schreiben soll. Aber, hey, „wir sind hier nicht in Seattle, Dirk“, wie ein Titel des ersten Tocotronic-Albums heißt. Das hier ist Sibirien: Ein bisschen Absurdistan, ein bisschen wunderlich, aber trotzdem auch irgendwie ganz normal.




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